Finanziell frei zu werden kann anstrengend und langwierig sein. Doch wenn du diesen Artikel gelesen hast, wirst du einen anderen Blick auf das Erreichen deiner finanziellen Freiheit bekommen haben.

Nicht reich muß man sein, sondern unabhängig. (André Kostolany, Börsen- und Finanzexperte)

Was ist finanzielle Freiheit?

Eine einheitliche Definition nach Lehrbuch gibt es nicht.
An der eigenen finanziellen Freiheit kann man aus verschiedenen Richtungen arbeiten.

Die finanzielle Freiheit kann in drei Abstufungen unterteilt werden.

Stufe 1: Die geringsten Ausgaben
Deine Lebenshaltungskosten sind so gering, dass du dafür nur wenig bis gar nicht in einem Job arbeiten musst.werkzeug finanzielle freiheit

 

➝ Du bist schon frei, aber kannst nichts konsumieren. Wildkräuter essen, jagen, Containern, bei Freunden auf der Couch oder in einer Blockhütte im Wald leben…

Von dieser wirklich gelebten Lebensform habe ich bisher nur ganz selten gehört. Sie ist etwas für die Extremen unter uns. Eine Krankenversicherung und eine Haftpflichtversicherung benötigt man trotzdem.

Stufe 2: Die Ausgaben sind gering und du hast Einnahmen, aber diese können wieder wegbrechen

Diese Einnahmen können wieder wegbrechen. Einkommen aus Erwerbsarbeit, Büchern, Webinaren, Onlinekursen, Franchiseteilnehmer oder Affiliates kommen in Frage.

➝ Du kannst konsumieren, je nachdem wie hoch deine Einnahmen aus den genannten Quellen sind. Fallen diese Einnahmen wieder weg, musst du dir etwas neues überlegen… Und erneut arbeiten.

Stufe 3: Das Vermögen kann nicht mehr verbraucht werden. Die Lebenshaltungskosten können komplett aus dem passiven Einkommen finanziert werden.

Deine Lebenshaltungskosten können durch vorhandenes Vermögen und daraus resultierendem passiven Einkommen komplett gedeckt werden. Passives Einkommen, in der die Quelle nicht mehr verbraucht wird, können zum Beispiel Zinsen und Zinseszinsen auf Bankgeld, oder Einnahmen aus Vermietungen, sowie Renditen auf Aktien oder ETFs sein.

➝ Du kannst konsumieren, was dein passives Einkommen her gibt. Deine Einnahmen aus passivem Einkommen können nicht wegbrechen, denn der Grundstock bleibt immer weiter bestehen.
Ausgenommen große Crashs und Kriege, die dein Geld und anderes Vermögen entwerten. In dem Fall wäre es cool, sich Fähigkeiten aus  Stufe 1 angeeignet zu haben.

Wir können uns aus einer Mischung aus allen drei Stufen Stück für Stück in Stufe 3 hineinarbeiten.

Eigentlich kann jeder die finanzielle Freiheit erlangen, von

1. …einem Arbeitgeber 

Wenn du finanziell frei bist, kannst du arbeiten aber du musst es nicht. Das heißt du kannst dir mit dem Erreichen der Unabhängigkeit aussuchen wie lange und mit wem du arbeitest. Du kannst deine Leidenschaft als Beruf ausüben und musst nicht irgendetwas tun, was dich unglücklich macht, nur um Geld zu verdienen.

2. …der Konsumgesellschaft

Bedürfnisse werden uns jeden Tag durch Werbung eingetrichtert und gehen nach einiger Zeit in gesellschaftliche Konventionen über. Uns wird durch die Werbung gesagt, was wir gefälligst alles zu brauchen haben.

Was wir alles brauchen sollen, ohne dass wir es wirklich brauchen sind zum Beipiel: Kaffeevollautomaten, neue Möbel, besondere Kleidung, schnelle große Autos, die neuste Technik, ungesunde Getränke….usw.

3. …gesellschaftlichen Konventionen

„Eine Konvention ist eine nicht formal festgeschriebene Regel, die von einer Gruppe von Menschen aufgrund eines Konsenses eingehalten wird.“ (Quelle: Wikipedia)
Wer schreibt mir also vor, dass ich immer nach einem bestimmten Konsens gekleidet sein muss, ein bestimmtes Auto fahren oder bestimmte technische Geräte besitzen muss? Mein Umfeld! Würde ich das Umfeld wechseln, sehe die Sache ganz anders aus.
Es kann anstrengend sein gegen die aktuellen gesellschaftlichen Konventionen zu handeln: In alten, kaputten Hosen herumzulaufen, ein klappriges Auto zu fahren oder kein Smartphone zu besitzen. Aber es lohnt sich, sich über Konventionen bewusst zu sein und selbstbestimmte Entscheidungen darüber zu fällen. Selbst zu bestimmen, was ich in meinem Leben überhaupt benötige. Und mir das nicht von außen überstülpen zu lassen.

Welche Konventionen sind für dich sehr wichtig und auf welchen gesellschaftlichen Konsens könntest du verzichten?

Du kannst von zwei Seiten an deiner finanziellen Freiheit arbeiten

Reduziere Kosten in deinem Leben auf ein Minimum

Bevor du eine Anschaffung tätigst, überlege dir das nächste Mal, ob du diese Anschaffung auf Reisen mit einem Backpack auch machen würdest. Das Mehrgepäck auf deinen Schultern würde dich durch jedes weitere Teil einschränken und es dir immer schwerer machen dich zu bewegen.

Warum das für dein Zuhause nicht auch übernehmen? Warum Zuhause viele Gegenstände gegen hart erarbeitetes Geld anhäufen, obwohl du die Sachen nicht benötigst?

Das Geld, welches du übrig hast, kannst du verwenden um Kapital aufzubauen.
Dieses eingesparte Geld bringt dich der finanziellen Freiheit immer näher.

Erhöhe deine Einkünfte

Das ist viel schwieriger als die Ausgaben zu senken.

Du kannst versuchen ein passives Einkommen zu erstellen, zum Beispiel durch das Schreiben eines Buches oder durch Zinsen und Renditen auf Vermögen. Du kannst so viel wie möglich in deiner Freizeit arbeiten, um das ganze zu beschleunigen.
Vielleicht kannst du dein Hobby mit dem Geld verdienen verbinden?
Doch jeder Mensch braucht Auszeiten, Ruhepausen und Abwechslung im Leben, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen.

Der Weg zur finanziellen Freiheit kann unvermutet kurz sein. Das ist den meisten Menschen aber gar nicht bewusst.
Die ersten Schritte können sein, Ausgaben radikal zu senken und Gespartes mit attraktiven Renditen anzulegen, zum Beispiel in ETFs oder Aktien. Und das Gesparte dann so lange wie möglich ruhen zu lassen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
Das ist der Buy-and-Hold Ansatz. Dieser Ansatz besagt nicht mit den Wertpapieren hin und her zu handeln. Der Vorteil: er spart hohe Transaktionskosten, die man beim Kaufen und Verkaufen von Wertpapier üblicherweise hat. Und man spart sich viel Zeit und Stress.

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich. (André Kostolany, Börsen- und Finanzexperte)

Was ist also das Werkzeug zur finanziellen Freiheit, das viele missachten?

Es ist der Minimalismus. Der Minimalismus hilft mir weniger auszugeben. Denn losgelöst(er) von materiellen Dingen zu leben, entspannt, hilft beim Sparen und senkt die Lebenshaltungskosten und macht im nächsten Schritt unabhängiger. Mittlerweile macht es mir richtig Spaß, so wenig wie möglich zu kaufen und mich um nicht mehr so viel um Dinge kümmern zu müssen.

Eigentlich kann jeder die finanzielle Freiheit erreichen. Der Minimalismus hilft dabei wie ein Werkzeug!

Umso weniger du ausgibst, desto einfacher ist es finanziell frei zu leben.

Deswegen schreibe ich in meinen Artikeln so gerne über kostenlose oder günstige Wege der Freizeit- und Lebensgestaltung. Zum Beispiel in diesem Artikel über 8 erlebnisreiche und kostenlose Ausflüge mit Kindern. Weil ich mich und dich dazu ermuntern möchte Geld zu sparen und so schneller finanzielle Freiheit zu erreichen.
Und es geht viel schneller, umso weniger wir ausgeben.

Als Beispiel gebe ich jeden Monat 1000,-€ in mein Depot* mit durchschnittlich 7% Rendite:
In 20 Jahren habe ich mit 1% Dynamik und angenommenen Steuersatz von 26,375%, über 450.000€ zusammen.
Dann bin ich Mitte 50 und fände es schön von meinen Renditen zu leben:
Ich lege sie also nicht weiter an, sondern lasse sie mir auszahlen und komme bei durchschnittlich angenommenen 4% auf 13.400€ pro Jahr an Renditen. Wieder berechne ich die Steuern mit 26,375% mit ein.
Dann bekomme ich monatlich ungefähr und durchschnittlich 1.100€ Renditen, die ich verkonsumieren kann.

Wenn ich nun schon einen minimalistischen Lebensstil gewöhnt bin, reicht mir das Geld für die Deckung der größten Kosten in meinem Leben und ich muss nur noch wenig arbeiten. (Zu beachten: In 20 Jahren haben wir durch die Inflation weniger Kaufkraft mit den 1.100€).

Fazit:

Der Minimalismus hilft mir dabei gesellschaftliche Konventionen zu hinterfragen und meinen Fokus auf die finanzielle Freiheit zu halten. Denn die Verführungen im Alltag Produkte einzukaufen, die ich eigentlich nicht brauche, sind groß.

Minimalismus sehe ich als hilfreiches Werkzeug im trubeligen Alltag. Denn die finanzielle Freiheit kommt nicht über Nacht.

Du kannst auf dem Weg dahin an den oben beschriebenen Stellschrauben so drehen, wie es für deine aktuellen Lebensumstände stimmig ist: Mehr arbeiten und/oder weniger ausgeben und dich von gesellschaftlichen Konsumkonventionen befreien.

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. (Chinesische Weisheit)

In diesem Sinne wünsche ich dir einen erlebnisreichen Weg. ☼

 

Wenn dir der Artikel weitergeholfen hat, dann freue ich mich, wenn du ihn teilst.

Ich sende dir Sonne ☀️

Deine Babett

 

Nachtrag vom 9.10.2018: Mittlerweile gibt es einen Begriff für den Minimalismus gepaart mit dem Streben nach finanzieller Freiheit: Frugalismus. Der Begriff war mir beim Schreiben des Artikels 2016 noch nicht bekannt.

 

*Es handelt sich um einen Affiliatelink